
Brasilien ist das größte Land Südamerikas und füllt fast einen halben Kontinent. Vom Amazonasbecken im Norden bis zu den Weinregionen und den mächtigen Iguaçu-Wasserfällen im Süden reicht eine Vielfalt, die kaum ein anderes Reiseland bietet. Traumstrände entlang tausender Küstenkilometer, riesige Metropolen wie Rio de Janeiro und São Paulo, dichter Regenwald mit einer Tierwelt, die ihresgleichen sucht. Ob Natur, Kultur, Tauchen oder Großstadt, in Brasilien findet jeder sein Thema.
Das Wahrzeichen von Rio ist die 38 Meter hohe Christusstatue auf dem Corcovado. Die Stadt ist weltberühmt für die Strände von Copacabana und Ipanema und für ihren Karneval mit Festwagen, schillernden Kostümen und Sambamusik. Wer das alles erleben will, sollte sich vorher mit ein paar Reisethemen befassen, denn bei der Einreise, der Reisezeit und vor allem der Gesundheit gibt es bei Brasilien einiges zu beachten.
Beste Reisezeit
Brasilien ist so groß, dass die Pauschalaussage „ganzjährig“ in die Irre führt. Das Land erstreckt sich über mehrere Klimazonen, und die Jahreszeiten sind als Land der Südhalbkugel umgekehrt zu unseren. Grob:
- Strände in Rio und im Nordosten (Bahia): Dezember bis März, der brasilianische Sommer. Warm, lebendig, Hauptsaison.
- Karneval: meist Februar oder Anfang März, das hängt vom Osterdatum ab. Wer ihn erleben will, muss früh buchen, wer ihn meiden will, ebenso.
- Amazonas und Iguaçu-Wasserfälle: die trockenere Zeit von Juni bis September erleichtert Touren und Wanderungen.
- Süden (São Paulo abwärts): hier gibt es echte Jahreszeiten mit kühleren Wintern von Juni bis August.
Für eine Rundreise, die mehrere Regionen verbindet, sind die Übergangsmonate oft der beste Kompromiss. Wer nur Strand will, kommt im Südsommer, wer in den Regenwald will, eher in der Trockenzeit.
Anreise und Flug
Die Flugzeit von Deutschland nach Brasilien liegt bei rund elf bis zwölf Stunden. Die wichtigsten internationalen Flughäfen sind São Paulo/Guarulhos (der größte des Landes), Rio de Janeiro/Galeão und Brasília. Innerhalb Brasiliens sind die Distanzen enorm, für die Strecke zwischen den Höhepunkten nimmt man meist Inlandsflüge statt Bus, weil Busfahrten über Tage gehen können.
Einreise und Visum
Für Touristen ist die Einreise unkompliziert. Deutsche, Österreicher und Schweizer brauchen für Aufenthalte bis zu 90 Tagen kein Visum, das gilt für Tourismus, Geschäftsreisen und Durchreise. Wichtig ist die genaue Lesart: Die 90 Tage gelten innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen. Wer also die vollen 90 Tage am Stück bleibt, muss anschließend ausreisen und darf erst nach einer Pause wieder einreisen. Wer von vornherein länger als 90 Tage plant, beantragt vorab ein Visum bei der brasilianischen Vertretung in Deutschland.
Voraussetzung ist ein Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig ist. Der Personalausweis reicht nicht. Für Kinder ist ein eigener Reisepass nötig. Wer über einen Drittstaat wie die USA oder Kanada anreist, muss zusätzlich dessen Einreiseregeln beachten, für die USA also etwa eine ESTA.
Gesundheit: Gelbfieber und Co. ernst nehmen
Hier liegt der wichtigste Unterschied zu einer Europareise, und an dieser Stelle kursiert viel veraltetes Halbwissen. Bei direkter Anreise aus Deutschland ist keine Impfung gesetzlich vorgeschrieben. Dringend empfohlen wird die Gelbfieberimpfung aber für weite Teile des Landes. Das Risikogebiet umfasst nicht nur den Amazonas, sondern fast alle Bundesstaaten, darunter Rio de Janeiro, São Paulo und auch die Region um die Iguaçu-Fälle. Die Impfung wirkt erst ab dem zehnten Tag, also rechtzeitig vor der Reise planen.
Zu beachten ist auch die Weiterreise: Manche Nachbarländer verlangen von Reisenden, die aus Brasilien kommen, einen Gelbfiebernachweis. Wer also eine Rundreise durch mehrere südamerikanische Länder plant, sollte den Impfausweis dabeihaben.
Weitere relevante Krankheiten sind von Mücken übertragene Infektionen. Dengue-Fieber ist seit Ende 2023 stark verbreitet, dazu kommen je nach Region Zika, Chikungunya und im Amazonasgebiet Malaria. Gegen Dengue und Chikungunya gibt es inzwischen Impfungen, gegen Malaria hilft in Hochrisikogebieten eine Prophylaxe. In jedem Fall ist konsequenter Mückenschutz das A und O. Empfohlen sind außerdem Hepatitis A und die Standardimpfungen. Eine reisemedizinische Beratung sechs bis acht Wochen vor Abflug klärt das persönliche Risiko je nach Reiseroute.
Wie überall in Lateinamerika gilt: Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport gehört zwingend ins Gepäck.
Geld und Bezahlen
Die Währung ist der Brasilianische Real (BRL). Der Wechselkurs schwankt, in den vergangenen Jahren hat der Real gegenüber dem Euro deutlich an Wert verloren, sodass Brasilien für europäische Reisende vergleichsweise günstig geworden ist. Einen festen Kurs sollte man vor der Reise tagesaktuell prüfen, weil er sich laufend ändert.
Kreditkarten werden in Städten und Touristengebieten fast überall akzeptiert, oft auch kontaktlos. Pix, das brasilianische Sofortzahlungssystem, ist im Alltag allgegenwärtig, für Touristen aber schwer nutzbar. Bargeld ist auf Märkten und in kleineren Orten weiter nützlich. Geldautomaten gibt es in Touristengebieten reichlich, aus Sicherheitsgründen besser tagsüber und in Innenräumen nutzen.
Sicherheit
Brasilien hat eine hohe Kriminalitätsrate, und auch Touristen können betroffen sein. Besondere Vorsicht ist in den Großstädten geboten, etwa in Rio, São Paulo, Salvador und Recife. Ein paar bewährte Regeln: keine teure Technik oder Schmuck offen tragen, nachts nicht allein durch unbekannte Viertel laufen, Favelas nur mit ortskundiger Begleitung besuchen und am Strand nur das Nötigste dabeihaben. Wer überfallen wird, leistet keinen Widerstand. Mit gesundem Menschenverstand und den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts im Blick reisen die allermeisten ohne Zwischenfälle.
Sehenswertes
Die Klassiker sind schnell genannt: Rio mit Zuckerhut, Christusstatue und den berühmten Stränden, die Iguaçu-Wasserfälle an der Grenze zu Argentinien, der Amazonas-Regenwald mit Ausgangspunkt Manaus und die Kolonialstädte wie Salvador und Ouro Preto. Wer Tierbeobachtung sucht, findet im Pantanal, dem größten Feuchtgebiet der Welt, sogar bessere Chancen auf Jaguare und Wasserschweine als im dichten Amazonas. Dazu die endlosen Strände des Nordostens rund um Bahia.
Kurz zusammengefasst
Brasilien ist ein Reiseland der Superlative, das ein bisschen Vorbereitung verlangt. Reisepass mit sechs Monaten Restgültigkeit, die 90-Tage-Regel im Blick, Gelbfieberimpfung rechtzeitig und konsequenter Mückenschutz, dazu eine gute Auslandskrankenversicherung und der übliche Respekt vor der Sicherheitslage in den Großstädten. Dann wird aus der langen Anreise eine Reise, von der man noch lange erzählt. Weitere Länder der Region findest du im Südamerika-Ratgeber.
Stand: Juni 2026. Einreise- und Gesundheitsbestimmungen ändern sich laufend. Verbindliche Auskünfte geben das Auswärtige Amt und die brasilianische Botschaft.






