
Kuba ist die größte Insel der Karibik und ein Reiseziel mit ganz eigenem Charakter: Oldtimer auf den Straßen Havannas, Salsa an jeder Ecke, Tabakfelder im Hinterland und Traumstrände in Varadero und um Holguín. Die Hauptstadt mit ihrer morbiden Kolonialpracht lässt sich kaum an einem Tag erfassen. Im Westen locken die Mogotes, bizarre Kalksteinkegel im Valle de Viñales, und eines der größten Höhlensysteme der Region.
So verführerisch das klingt, Kuba verlangt 2026 mehr Vorbereitung als die meisten Karibikziele. Die Insel steckt in einer schweren Versorgungskrise, und auch bei Einreise und Geld hat sich grundlegend etwas geändert. Diesen Teil sollte man vor der Buchung lesen.
Wichtig vorab: die aktuelle Lage
Kuba durchlebt seit Anfang 2026 eine akute Energie- und Treibstoffkrise. Die Folgen sind handfest: Seit Februar 2026 können ausländische Flugzeuge auf Kuba nicht mehr betankt werden, weshalb mehrere Airlines ihren Flugbetrieb reduziert oder ausgesetzt haben. Im Land kommt es zu großflächigen Stromausfällen, der Treibstoff ist knapp, der Überlandverkehr stark eingeschränkt. Besonders ernst: Die ohnehin schwache medizinische Versorgung ist durch die Krise zusätzlich beeinträchtigt, das betrifft auch die Notfallversorgung.
Das heißt nicht, dass eine Reise unmöglich ist, viele Urlauber sind weiter vor Ort. Aber man sollte mit Einschränkungen rechnen und vor der Buchung die aktuellen Reisehinweise des Auswärtigen Amts lesen, weil sich die Lage schnell ändern kann.
Einreise: Umstellung von Touristenkarte auf E-Visum
Hier hat sich gerade einiges geändert. Bisher reiste man mit der klassischen Touristenkarte (Tarjeta del Turista), einem Papierdokument in zwei Teilen. Diese wird auf ein elektronisches Visum (eVisaCuba) umgestellt, das online beantragt wird. Übergangsweise war die alte Touristenkarte noch bis Ende 2025 gültig, inzwischen führt der Weg über das E-Visum.
Beantragt wird ausschließlich online über das offizielle Portal eVisaCuba. Was du dafür und für die Einreise brauchst:
- Reisepass, der bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig ist
- das E-Visum (Kosten rund 22 bis 30 Euro je nach Beantragungsweg)
- ein Rück- oder Weiterreiseticket
- eine Auslandskrankenversicherung, deren Police idealerweise auf Spanisch vorliegt. Der Nachweis ist Pflicht. Wer keinen dabeihat, muss am Flughafen eine kubanische Versicherung abschließen.
- das Online-Einreiseformular D’Viajeros, das vor Ankunft ausgefüllt wird
Der touristische Aufenthalt ist mit dem E-Visum bis zu 90 Tage möglich, eine Verlängerung um weitere 90 Tage liegt im Ermessen der Behörden. Weil die genauen Modalitäten gerade im Umbruch sind, lohnt ein Blick auf die Seite des Auswärtigen Amts oder die offizielle eVisaCuba-Plattform für den tagesaktuellen Stand.
Achtung, wichtig für USA-Reisende
Ein Punkt, der viele überrascht und teuer werden kann: Wer sich nach dem 12. Januar 2021 in Kuba aufgehalten hat, kann anschließend nicht mehr visumfrei über ESTA in die USA einreisen, sondern braucht ein reguläres US-Visum. Wer also eine USA-Reise plant oder auch nur einen Zwischenstopp in den USA hat, sollte sich das vor einer Kubareise gut überlegen. Mehr dazu im USA-Reiseratgeber.
Geld: der CUC ist Geschichte
Hier kursiert online viel Veraltetes. Der früher übliche Peso Convertible (CUC) wurde Anfang 2021 abgeschafft und existiert nicht mehr. Heute gibt es nur noch den kubanischen Peso (CUP). Das Bezahlen auf Kuba ist dadurch komplizierter geworden, als es klingt:
- Bargeld ist König. Bring ausreichend Devisen mit, am besten Euro in bar, weil Kartenzahlung und Geldautomaten unzuverlässig sind und während der aktuellen Krise oft gar nicht funktionieren.
- Keine US-Banken. Kreditkarten, die von einer US-amerikanischen Bank ausgestellt wurden, funktionieren wegen des Embargos nicht.
- MLC-Karten: In manchen staatlichen Geschäften wird in einer Devisen-Verrechnungswährung (MLC) bezahlt, dafür gibt es aufladbare Prepaidkarten, erhältlich am Flughafen oder bei Wechselstuben (CADECA).
- Wechseln: nur bei offiziellen Stellen wie CADECA oder in Hotels, nicht auf der Straße.
Wegen der schwankenden und unübersichtlichen Lage rund um Wechselkurse und Bezahlmöglichkeiten am besten kurz vor Abreise nochmal den aktuellen Stand prüfen. Einen festen Umrechnungskurs anzugeben, der über Monate stimmt, ist bei Kuba derzeit unseriös.
Beste Reisezeit
Kuba liegt in den Tropen, nahe dem nördlichen Wendekreis, nicht am Äquator. Das Klima ist ganzjährig warm. Es gibt zwei Jahreszeiten: die Trockenzeit von Dezember bis April als beste Reisezeit mit angenehmen Temperaturen und wenig Regen, und die Regenzeit von Mai bis November. In die Regenzeit fällt auch die Hurrikansaison, deren Hauptphase zwischen August und Oktober liegt. Wer Strand und Erkundung verbinden will, ist im Winterhalbjahr am besten aufgehoben.
Anreise
Die Flugzeit von Deutschland nach Kuba liegt bei rund zehn bis elf Stunden. Wichtigster internationaler Flughafen ist José Martí in Havanna, dazu kommen Flughäfen in Varadero und Holguín für Pauschalreisende. Wichtig im Licht der aktuellen Krise: Prüfe vor und während der Reise den Status deiner Airline, weil Flüge reduziert oder verschoben werden können.
Gesundheit
Pflichtimpfungen gibt es für Reisende aus Europa keine, die Standardimpfungen sollten aktuell sein. Eine kleine Reiseapotheke mit den wichtigsten Medikamenten ist sehr ratsam, weil die Versorgung mit Arzneimitteln vor Ort schlecht ist und sich durch die Krise weiter verschärft hat. Die Auslandskrankenversicherung ist nicht nur Pflicht für die Einreise, sie ist angesichts der angespannten medizinischen Lage auch dringend zu empfehlen, idealerweise mit zuverlässigem Rücktransport.
Praktische Tipps
- Trinkgeld ist in Restaurants und Hotels üblich, etwa zehn Prozent.
- Bei Taxis ohne Taxameter den Preis vor der Fahrt aushandeln.
- Das Fotografieren militärischer Einrichtungen ist streng verboten.
- Geh behutsam mit politischen Gesprächen um. Offene Kritik an der Regierung kann für deine kubanischen Gesprächspartner unangenehme Folgen haben, auch wenn das Thema spannend ist.
- Privatunterkünfte (Casas Particulares) sind eine gute Möglichkeit, näher an den Alltag der Menschen zu kommen und das Geld direkt bei Einheimischen zu lassen.
Kurz zusammengefasst
Kuba ist ein faszinierendes Reiseziel, das gerade eine schwierige Phase durchläuft. Vor der Buchung die Reisehinweise des Auswärtigen Amts zur Energiekrise lesen, das E-Visum online beantragen, ausreichend Bargeld in Euro mitbringen und eine gute Auslandskrankenversicherung einpacken. Und wer danach in die USA will, bedenkt die ESTA-Sperre. Wer mit den Einschränkungen rechnet und flexibel bleibt, erlebt eine Insel, die es so kein zweites Mal gibt.
Stand: Juni 2026. Die Lage auf Kuba ist durch die Energiekrise volatil, Einreise- und Versorgungsbedingungen ändern sich laufend. Verbindliche Auskünfte geben das Auswärtige Amt und das Portal eVisaCuba.
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