Miami Beach Florida
Miami Beach Florida ©korzeniewski/depositphotos.com

Die Ostküste ist für viele die erste USA-Reise, und das aus gutem Grund. Sie ist dichter besiedelt als der Westen, die Wege zwischen den Höhepunkten sind kürzer, und in wenigen Stunden Fahrt wechselt man von Kolonialgeschichte in Boston zu Wolkenkratzern in New York und weiter zu Palmen in Miami. Über 3000 Kilometer zieht sich der Eastern Seaboard von der felsigen Küste Maines bis zu den subtropischen Stränden Floridas.

Dieser Ratgeber hilft bei der konkreten Planung: welche Region wann am schönsten ist, welche Städte sich lohnen, wie ein Roadtrip aussehen kann und was man an Zeit und Budget einplanen sollte. Die formalen Einreisethemen wie ESTA und Reisepass haben wir im Nordamerika-Ratgeber zusammengefasst, das gilt natürlich auch hier.

Die drei Abschnitte der Ostküste

Neuengland im Norden

Maine, New Hampshire, Vermont, Massachusetts, Rhode Island und Connecticut. Hier ist die Küste rau, mit Leuchttürmen, Hummerbuden und alten Hafenstädten. Boston ist das kulturelle Zentrum, eine der ältesten Städte des Landes, kompakt und gut zu Fuß zu erkunden. Vor der Küste liegen Cape Cod, Martha’s Vineyard und Nantucket. Wer im September oder Oktober kommt, erlebt den Indian Summer, wenn sich die Laubwälder in Rot und Gold färben.

Die Mittelatlantikregion

New York, New Jersey, Pennsylvania, Delaware und Maryland. Das ist die dichteste und urbanste Zone. New York City braucht keine Erklärung, aber auch Philadelphia mit seiner Gründungsgeschichte und Washington D.C. mit den Museen der Smithsonian Institution (Eintritt frei) gehören hierher. Im Frühjahr lohnt sich Washington wegen der Kirschblüte Ende März bis Anfang April.

Die Südostküste

Virginia, North und South Carolina, Georgia und Florida. Hier wird es wärmer, langsamer, südlicher. Charleston und Savannah sind für ihre Kolonialarchitektur und die Südstaatenküche bekannt. Florida bietet dann den Kontrast: Miami, die Everglades und die Keys mit ihren Stränden. Atlanta in Georgia ist das wirtschaftliche Herz des Südostens.

Beste Reisezeit

Weil sich die Küste über mehrere Klimazonen erstreckt, gibt es nicht die eine beste Zeit, sondern eine je nach Abschnitt:

  • Norden (Neuengland, New York, Washington): Frühling (April/Mai) und Herbst (September/Oktober). Milde Temperaturen, weniger Andrang, oft günstigere Unterkünfte. Der Indian Summer im September und Oktober ist das Naturhighlight, allerdings auch gut besucht.
  • Süden (Florida, Georgia, Carolinas): November bis Mai. Warm, sonnig, trocken. Der Winter ist hier die angenehmste Zeit.
  • Komplette Route von Nord nach Süd: Mai und Juni sind der beste Kompromiss. Im Norden schon angenehm warm, im Süden noch vor der Hurrikansaison.

Zwei Dinge, die man wissen sollte. Der Sommer im Norden ist oft schwül und heiß, New York im August mit über 35 Grad ist als Städtetrip kein Vergnügen. Und der Süden hat von Juni bis November Hurrikansaison, mit der Hauptphase August bis Oktober. Das Risiko ist real, das National Hurricane Center in Miami warnt frühzeitig, aber eine Reise in diese Monate sollte man mit flexiblen Buchungen und einem Auge auf den Wetterbericht planen.

Roadtrip-Routen

Die Ostküste eignet sich gut für Selbstfahrer, weil die Distanzen machbar sind. Drei gängige Zuschnitte:

Der Klassiker: New York bis Washington (3 bis 5 Tage)

New York, dann Philadelphia, dann Washington D.C. Drei Städte, die per Auto oder bequem mit dem Zug (Amtrak Northeast Corridor) verbunden sind. Für eine erste Ostküstenreise ideal, weil man viel sieht und wenig fährt. New York und Washington liegen rund 360 Kilometer auseinander, etwa vier Stunden Fahrt.

Neuengland-Runde (7 bis 10 Tage)

Boston als Startpunkt, dann die Küste hoch nach Maine (Acadia Nationalpark) oder ins Landesinnere nach Vermont und New Hampshire. Im Herbst die schönste Laubregion des Landes. Eine Schleife, die man gut in einer Woche fährt.

Die große Tour: Maine bis Florida (3 Wochen)

Die Gesamtstrecke von Nord nach Süd ist über 3000 Kilometer lang. Wer das in drei Wochen machen will, sollte ehrlich planen: Man kratzt überall nur an der Oberfläche. Besser ist es, sich auf einen oder zwei Abschnitte zu konzentrieren und diese richtig zu erleben, statt jeden Tag im Auto zu sitzen.

Ein realistischer Hinweis zu den Distanzen, weil deutsche Reisende sie regelmäßig unterschätzen: Die USA sind groß. Was auf der Karte nach einem Katzensprung aussieht, sind oft mehrere Stunden Autobahn. Lieber weniger Ziele und mehr Zeit pro Ort.

Anreise und Verkehr vor Ort

Direktflüge aus Deutschland gehen nach New York, Boston, Washington, Miami und weitere Städte. Die Flugzeit nach New York liegt bei rund acht bis neun Stunden, nach Florida etwa zehn bis elf.

In den Städten braucht man kein Auto, im Gegenteil. New York hat eine gute U-Bahn, Washington und Boston ebenfalls. Parken ist in den Innenstädten teuer und nervig. Für die Strecken dazwischen ist im Nordosten der Amtrak-Zug eine entspannte Alternative zum Mietwagen. Erst wenn man in die Fläche fährt, etwa nach Neuengland oder durch den Süden, lohnt sich das Auto wirklich.

Budget

Die Ostküste, besonders New York und Boston, gehört zu den teuren Ecken der USA. Für eine Rundreise mit Mittelklassehotel, Verpflegung und Mietwagen kann man grob mit etwa 250 bis 260 Euro pro Person und Tag rechnen. Wer in Hostels schläft, selbst kocht und auf Bahn statt Mietwagen setzt, kommt deutlich darunter weg.

Zwei Posten, die im Budget gern vergessen werden: das Trinkgeld (15 bis 20 Prozent im Restaurant sind erwartet, nicht freiwillig) und die Sales Tax, die in den USA erst an der Kasse zum ausgezeichneten Preis dazukommt. Was 100 Dollar kostet, zahlt man am Ende mit Steuer.

Was man nicht verpassen sollte

Jeder setzt andere Schwerpunkte, aber ein paar Ziele tauchen auf fast jeder Liste auf: die Aussicht von einem der New Yorker Wolkenkratzer, ein Spaziergang über die National Mall in Washington mit den frei zugänglichen Museen, die Freedom Trail in Boston für die Gründungsgeschichte der USA, die Strände und Art-Deco-Viertel in Miami und für Naturfreunde der Acadia Nationalpark in Maine oder die Everglades in Florida.

Kurz zusammengefasst

Die Ostküste ist die zugänglichste Region der USA für Europäer: kurze Wege, gute Bahnverbindungen im Nordosten, eine Mischung aus Großstadt, Geschichte und Strand. Im Frühjahr und Herbst für den Norden, im Winter für den Süden, und für die ganze Strecke der Mai. Wer nicht zu viel auf einmal will, sondern sich auf einen Abschnitt einlässt, reist hier am entspanntesten.

Stand: Juni 2026. Einreisebestimmungen (ESTA, Reisepass) siehe Nordamerika-Ratgeber. Verbindliche Auskünfte zur Einreise gibt das Auswärtige Amt.