
Die USA gehören zu den beliebtesten Fernreisezielen überhaupt, und das aus gutem Grund: Wolkenkratzer in New York, Wüsten und Canyons im Südwesten, Strände in Florida und Kalifornien, dazu Nationalparks von Weltrang. Für die Reiseplanung gibt es 2026 aber mehr zu beachten als früher, weil sich bei der Einreise in kurzer Zeit einiges geändert hat. Dieser Ratgeber fasst die wichtigsten Infos zusammen und markiert klar, was schon gilt und was erst geplant ist.
Das Wichtigste zuerst: die aktuellen Einreiseänderungen
Wer in den letzten Jahren schon mal in den USA war, sollte diesen Abschnitt trotzdem lesen, weil sich gerade viel bewegt.
ESTA ist teurer geworden
Die Gebühr für die ESTA-Reisegenehmigung wurde Ende September 2025 fast verdoppelt. Statt früher rund 21 US-Dollar zahlt man jetzt 40,27 US-Dollar pro Person, und zwar auch für Kinder und Babys. Eine fünfköpfige Familie ist damit allein für die Einreisegenehmigung bei rund 170 Euro. Bezahlt wird per Kreditkarte oder PayPal, ausschließlich über die offizielle Seite esta.cbp.dhs.gov. Finger weg von den vielen teuren Vermittlerportalen, die für denselben Antrag das Doppelte verlangen.
Die 250-Dollar-Gebühr betrifft Touristen nicht
In den Medien war viel von einer neuen „Visa Integrity Fee“ von 250 US-Dollar die Rede. Hier die Entwarnung für normale Urlauber: Diese Gebühr fällt nur bei regulären Visa an, etwa für Studium, Arbeit oder längere Aufenthalte. Wer als Tourist mit ESTA für bis zu 90 Tage einreist, ist nicht betroffen. Die Schlagzeilen klangen dramatischer, als es für den klassischen Urlauber ist.
Geplante Social-Media-Abfrage (noch nicht in Kraft)
Das US-Heimatschutzministerium plant, beim ESTA-Antrag deutlich mehr Daten abzufragen: Benutzernamen von Social-Media-Konten der letzten fünf Jahre (etwa X, Facebook, Instagram), Telefonnummern der letzten fünf Jahre und E-Mail-Adressen der letzten zehn Jahre. Passwörter müssen nicht angegeben werden. Die Kommentierungsfrist für diesen Vorschlag endete im Februar 2026, eine endgültige Entscheidung steht aber noch aus. Ein realistischer Umsetzungszeitpunkt wäre Sommer oder Herbst 2026, verbindlich ist das nicht. Wichtig für die Praxis: Maßgeblich ist immer, was im ESTA-Formular zum Zeitpunkt deines Antrags tatsächlich abgefragt wird. Wer früh beantragt und das Formular sorgfältig ausfüllt, ist auf der sicheren Seite.
Einreisesperre wegen Ebola/Mpox (gilt seit 18. Mai 2026)
Eine konkrete neue Regel, die seit dem 18. Mai 2026 in Kraft ist: Wer sich in den 21 Tagen vor der Reise in der Demokratischen Republik Kongo, in Uganda oder im Südsudan aufgehalten hat, darf nicht in die USA einreisen. Für die allermeisten Urlauber spielt das keine Rolle, aber wer eine Afrikareise mit anschließendem USA-Trip plant, sollte es im Hinterkopf behalten.
Weitere Punkte, die schon länger gelten
- Biometrischer Reisepass Pflicht: Nur der elektronische Reisepass mit Chip wird akzeptiert. Vorläufige Pässe und alte Kinderreisepässe reichen nicht, dann braucht man ein reguläres Visum.
- Geschlechtseintrag: Seit Januar 2025 ist beim ESTA-Antrag nur noch „männlich“ oder „weiblich“ auswählbar.
- Kuba-Ausschluss: Wer sich nach dem 12. Januar 2021 in Kuba aufgehalten hat, kann ESTA nicht nutzen und braucht ein Visum.
- Landweg und Bahn: Auch wer aus Kanada oder Mexiko über Land oder mit dem Zug einreist (etwa Vancouver nach Seattle), braucht eine gültige ESTA.
Visum und ESTA: so funktioniert es
Deutsche, Österreicher und Schweizer reisen über das Visa Waiver Program visumfrei ein, brauchen aber die elektronische ESTA-Genehmigung. Sie erlaubt touristische Aufenthalte und geschäftliche Besprechungen von bis zu 90 Tagen und gilt zwei Jahre oder bis der Pass abläuft, mit beliebig vielen Einreisen in diesem Zeitraum.
Den Antrag stellt man online, die Bearbeitung dauert meist nur Minuten, kann aber bei Rückfragen länger dauern. Beantrage die ESTA deshalb nicht erst am Vorabend, sondern lieber zwei bis drei Wochen vor Abflug. Ein wichtiger Punkt, den viele unterschätzen: Eine genehmigte ESTA garantiert die Einreise nicht. Die endgültige Entscheidung trifft allein der Grenzbeamte bei der Ankunft. Bei der Befragung geht es um Reisezweck, Aufenthaltsdauer, erste Unterkunft und Rückflug. Ehrliche, klare Antworten und ein vorzeigbares Rückflugticket helfen.
Wer länger als 90 Tage bleiben, arbeiten oder studieren will, braucht ein reguläres Visum. Das ist deutlich teurer und aufwendiger geworden, mit Botschaftstermin, Wartezeiten und der erwähnten Visa Integrity Fee.
Die Einreisebestimmungen für die USA wurden in den letzten Jahren extrem verschärft. Bitte erkundigen Sie sich beim Auswärtigen Amt oder in Ihrem Reisebüro – so sind Sie auf der sicheren Seite. (Siehe ESTA Antrag für die Einreise in die USA und Visum USA)
Die Regionen der USA
Die USA sind ein Land von kontinentaler Größe mit entsprechend unterschiedlichen Regionen. Ein grober Überblick hilft bei der Entscheidung, wohin die Reise gehen soll.
Der Osten ist die Region der großen Städte: New York mit seinen Wolkenkratzern, Boston als Wiege der Unabhängigkeit, Washington D.C. als Hauptstadt mit den frei zugänglichen Museen der Smithsonian Institution. Kurze Wege, gute Bahnverbindungen, ideal für eine erste USA-Reise. Details dazu im Ostküsten-Ratgeber.
Der Süden ist die Heimat der amerikanischen Musik: Blues, Jazz und Rock ’n‘ Roll. Städte wie Nashville, Memphis und New Orleans, dazu Florida mit Miami, den Everglades und den Stränden.
Der Westen ist die Roadtrip-Region schlechthin: Las Vegas, Los Angeles, San Francisco und die großen Nationalparks wie Grand Canyon, Yosemite und das Monument Valley. Mehr dazu im Westküsten-Ratgeber.
Dazu kommen die Sonderfälle Alaska mit arktischer Tundra und dem Denali (mit über 6000 Metern höchster Berg Nordamerikas) und Hawaii mit Vulkanen, Wasserfällen und Stränden mitten im Pazifik.
Klima und beste Reisezeit
Wegen der Größe des Landes gibt es nicht die eine beste Reisezeit. Die USA decken fast alle Klimazonen ab, von subtropisch auf Hawaii über Wüste im Südwesten bis subarktisch in Alaska. Grob:
- Ostküste und Norden: Mai bis Oktober. Der Indian Summer im September und Oktober färbt die Wälder im Nordosten.
- Westen und Südwesten: Frühjahr (April/Mai) und Herbst (September bis November). Im Hochsommer wird es in den Wüsten lebensgefährlich heiß, das Death Valley ist der heißeste Ort des Landes.
- Florida und der tiefe Süden: November bis April. Von Juni bis November ist Hurrikansaison.
- Kalifornien: fast ganzjährig, der Süden ist auch im Winter mild. San Francisco ist im Sommer oft neblig.
- Hawaii: ganzjährig, mit etwas mehr Regen im Winter.
Flug und Flugzeit
Direktflüge gehen aus Deutschland an die Ost- und Westküste sowie nach Florida. Die Flugzeit nach New York liegt bei rund acht bis neun Stunden, nach Los Angeles oder San Francisco bei elf bis zwölf. Wegen der Zeitverschiebung (sechs bis neun Stunden je nach Region) sollte man am Ankunftstag nichts Anstrengendes mehr planen.
Gesundheit und Versicherung
Pflichtimpfungen gibt es für die USA keine, die Standardimpfungen sollten aktuell sein. Der wichtigste Gesundheitstipp ist ein finanzieller: Das US-Gesundheitssystem ist extrem teuer. Schon ein kurzer Krankenhausaufenthalt kann mehrere zehntausend Dollar kosten, und ohne Versicherung bleibt man darauf sitzen. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ist für die USA absolute Pflicht. Sie kostet für ein paar Wochen oft unter 30 Euro und ist damit die beste Investition der ganzen Reise.
Geld und Bezahlen
Die Währung ist der US-Dollar. Der Wechselkurs schwankt und sollte vor der Reise tagesaktuell geprüft werden, in den letzten Jahren bewegte er sich grob im Bereich von 1,05 bis 1,15 Dollar pro Euro. In den USA läuft praktisch alles über Karte, oft kontaktlos per Handy, eine kleine Bargeldreserve schadet trotzdem nicht. Die früher üblichen Travellerschecks sind ausgestorben und werden kaum noch akzeptiert, die gehören nicht mehr ins Gepäck.
Zwei Dinge, die deutsche Reisende regelmäßig überraschen. Erstens das Trinkgeld: 15 bis 20 Prozent im Restaurant sind erwartet, nicht freiwillig, weil das Servicepersonal davon lebt. Zweitens die Sales Tax: Preise werden meist ohne Steuer ausgezeichnet, die kommt erst an der Kasse dazu. Was 10 Dollar kostet, zahlt man am Ende mit 10,80 oder mehr, je nach Bundesstaat.
(Siehe Währungsrechner Dollar-Euro)
Kurz zusammengefasst
Die USA bleiben 2026 für deutsche Touristen gut bereisbar, der Ablauf ist aber strenger und teurer geworden. Das Wichtigste: biometrischer Reisepass, ESTA früh und nur über die offizielle Seite beantragen (40,27 Dollar), die geplante Social-Media-Abfrage im Blick behalten und eine Auslandskrankenversicherung einpacken. Die 250-Dollar-Gebühr betrifft nur Visa-Antragsteller, nicht ESTA-Touristen. Mit dieser Vorbereitung steht dem Trip nichts im Weg, egal ob New York, Roadtrip durch den Westen oder Strand in Florida.
Stand: Juni 2026. Die US-Einreisebestimmungen ändern sich derzeit besonders häufig. Verbindliche und aktuelle Auskünfte gibt das Auswärtige Amt unter auswaertiges-amt.de sowie die offizielle ESTA-Seite esta.cbp.dhs.gov.






















